Dauerläufer
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Cars&Details
Tamiya Mercedes-Benz 406 Serie U900
Der Unimog 406 von Tamiya ist ein bekannter Klassiker. Die
Technik des CR-01-Chassis geht auf das Jahr 2008 zurück.
Allerdings hält der Mythos um den Unimog noch immer
weiter an. Wir schauen uns den Bausatz einmal genau an und
berichten von Langzeiterfahrungen und Tuningmaßnahmen,
die es im Laufe dieses Berichts gegeben hat.
Unimog-Geschichte
Der Unimog ist eine Fahrzeuglegende, ein Alleskönner, der seinesgleichen sucht. Seit 70 Jahren ist das „Universalmotorgerät“ weltweit im Einsatz.
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg fängt alles an. Albert Friedrich entwickelt ein Grundkonzept für ein besonderes Geländefahrzeug, das Äcker bestellen und das Land von Kriegsresten beseitigt. Das Gerät muss auch schnell genug sein, um sechs bis acht Personen auf der Pritsche innerhalb weniger Minuten aufs Feld zu fahren und im Gegenzug die Ernten trocken in die Höfe zu bringen. Nach zahlreichen Tests und viel Überzeugungsarbeit startet im Oktober 1946 die Herstellung von Prototypen bei Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd.
Im November 1948 wird der Unimog als mehrachsiges Motorfahrzeug für die Landwirtschaft unter der Nummer 950 430 in München patentiert. Komplett neu ist für das „Universalmotorgerät“ die Abkehr vom klassischen „Nur-Schlepper-Konzept“. Mit einem breiten Spektrum für verschiedene An- und Aufbaugeräte ist das Konzept eines Geräteträgers zur Rationalisierung der Land- und Forstwirtschaft im Fokus. Aus dem Begriff Universal-Motor-Gerät wird kurz Unimog.
1951 übernimmt die damalige Daimler-Benz AG alle Rechte am Unimog und produziert ihn ab 1951 im Lkw-Werk in Gaggenau. Bis zur Übernahme der Produktion ist die Daimler-Benz AG bereits der Motorenlieferant für den Antriebsmotor.
Einordnung
Tamiya geht fast immer seine eigenen Wege und setzt auch seine eigenen Trents. Die Technik des CR-01-Chassis ist aus heutiger Sicht kein standardisierter Crawler. Das klassische T-Bone-Chassis ist seit 10 Jahren wegen seiner Höhe nicht mehr Standard. Auch die großen Reifen des Unimog sind in diesem Bereich nicht mehr on Vogue. Allerdings mit ein paar sinnvollen Umbauten erfreut man sich an dem schönen Fahrbild in moderatem Gelände. Und ein Tamiya-Modell zu bauen, macht eigentlich immer große Freude.
Good Old Kit
Die Männer aus Shizuoka/Japan haben uns vor dem Losfahren einen vielteiligen Bausatz serviert der angereichert mit einer sehr guten Bauanleitung zum bastelnden Zeitvertreib für einige Stunden sein wird. Wie oben beschrieben wird zuerst das klassische T-Bone-Chassis montiert. Was dann folgt sind die vordere und hintere Achse. Diese sind kugelgelagert. Ja, dieser Tamiya-Kit ist komplett mit 40 Kugellager ausgestattet. Tamiya großes Lob.
Zurück zu den Achsen. Diese besitzen jeweils ein Ganzmetall-Differenzial. Da wir aus diesem Bausatz ein Semiscaler-Modell bauen wollen, werden die Differenziale natürlich gesperrt. Serienmäßig sieht hier Tamiya das Sperren über einen Schraubenzapfen vor. Wir fanden, dass diese Lösung ein klein wenig unrund läuft, und haben an der Vorder- bzw. Hinterachse noch zu anderen Lösungen gegriffen.
An der Vorderachse verwenden wir das optionale Tamiya „Reinforced Drive-Shaft & Diff-Lock-Set“. Hier werden an Stelle der Zahnräder feste Aufnahmen mit dem Zahnrad verschraubt. Die Antriebswellen haben zur Kraftübertragung Flachstellen statt einer Verzahnung, und alle Tuningteile bestehen aus gehärtetem Material.
An der Hinterachse sperren wir das Differenzial durch eine Umplatzierung der Kegelräder. Funktioniert bei uns einwandfrei. Vier massive Aluminium-Links verbinden jeweils die Achsen mit dem Chassis.
Lenkung
Die Lenkung ist im Serien-Zustand etwas enttäuschend, obwohl das Servo direkt auf der Vorderachse sitzt. Der Lenkausschlag ist einfach zu gering. Die Möglichkeit das CR-01-Chassis auf Allradlenkung umzurüsten, gefällt dem Autor bei diesem Modell nicht. Ist aber bausatzmäßig im Kit vorbereitet. Aber mit ein bisschen Dremel-Arbeit an den Lenkhebeln lässt sich viel mehr Lenkeinschlag realisieren. Wir haben dem Unimog ein 20 kg Lenkservo mit Metallgetriebe spendiert und der serienmäßig Servosaver musste einem Aluminium-Servohorn weichen. Dieses Servo lenkt sehr präzise und was den fehlenden Servosaver angeht, kann man nur sagen: „Es ist bis jetzt alles gut gegangen.“
Suspension
Die Federung und Dämpfung arbeiten bei dem Unimog getrennt voneinander. Leider sind die Tuning-Tonnenfedern nicht mehr erhältlich. Gedämpft wird über umgelenkte, großvolumige Öldruckstoßdämpfer. An dieser Stelle springen wir kurz zu den Probefahrten. Erstens fällt bei dem Modell ein Schaukeln der Karosserie auf und das Fahrwerk wirkt etwas zu hart. Das Schaukeln der Karosserie kommt durch zu großes Spiel bei den Umlenkhebeln der Stoßdämpfer. Eine einfache Lösung ist das Verwenden von Kabelbinder mit Metallzunge. Danach ist die Umlenkung spielfrei und spricht viel besser an. Die Stoßdämpfer sind mittlerweile nur mit ein paar Tropfen Öl befüllt. Die nächste Probefahrt wusste zu begeistern, und der Wagen ist nicht mehr so kippelich.
Gearbox
Kurz gesagt besitzt das CR-01-Chassis ein aufwendig konstruiertes Planetengetriebe, mit einem Untersetzungsverhältnis von 40.5:1. Dem Bausatz liegt ein 540er Mabucci-Motor bei. Wir haben uns allerdings für den neuen LRP 55-Turns-Bürstenmotor entschieden. Der Motor wird am Getriebe an einer Aluminiumplatte angeschraubt. Dieser Motor hat mit der Serienübersetzung ausreichend Kraft und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei gesunder Wandergeschwindigkeit. Weitere Feineinstellung könnte man einfach mit einem kleineren oder größeren Motorritzel vornehmen.
Die Antriebswellen vom Getriebe zu den beiden Achsen sind aus Kunststoff und wirken etwas unterdimensioniert. Es sind auch gleich zwei Sätze von diesen Wellen dem Kit beigelegt. Allerdings muss man sagen, dass in unserem Fall noch der erste Satz im Einsatz ist. Tamiya bietet hier ein verstärktes Set an. Wir haben schon mal vorsichtshalber ein Auge darauf.
Nun werden die großen Trial-Reifen, mit 125mm Durchmesser und 56 mm Profilbreite, auf die Beadlock-Felgen mit jeweils 20 Schrauben montiert und der Unimog steht schon etwas breitbeinig auf seinen Füßen.
Körperkunst
Wie es bei Tamiya-Modell üblich ist, will die Lexan-Karosserie immer die volle Aufmerksamkeit des Modellbauers. Und es ist nicht unüblich, dass dieser Bauabschnitt mehr Zeit in Anspruch nimmt, als der komplette Zusammenbau des Chassis. Die Karosserie des Unimog ist mehrteilig. Es werden Seitenteile rechts und links angeschraubt. An der Front fällt der verchromte Kühlergrill und die beiden großen Außenspiegel ins Auge. Der Mog ist LED-Ready ausgestattet.
Wir haben unser Modell mit einem Hobbywing Quicrun-1060-Fahrtenregler ausgestattet. Der Empfänger wurde in einer optionalen Empfängerbox (51530) mit kleinen Modifikationen verstaut. Wir versorgen den Wagen mit 2S-LiPo-Energie. Ein handelsüblicher LiPo-Pack wollte erst nicht ins Akkufach, das über der Vorderachse sitzt, passen. Aus den gekürzten Karosseriestehern wurde kurzerhand ein etwas längerer Bolzen hergestellt. Aufbohren, Gewindestange eingedreht und der LiPo passt.
Fahren
Wir sind mittlerweile sehr viel mit dem Unimog gefahren. Über die optimierte Lenkung und die verbesserte Dämpfung haben wir ja schon berichtet. Was man sofort bei dem Modell bemerkt, ist der leise laufende Antrieb. Das Planetengetriebe hat noch nie Probleme bereitet und die gesperrten Differenziale arbeiten zuverlässig. Der 55-Turns-Motor beschleunigt seidenweich und hat in jeder Situation ausreichend Kraft zur Verfügung. Anzumerken ist, dass der CR-01 eher für 2.2 Zoll Bereifung ausgelegt ist. Bei Vergleichsfahrten mit einem SCX10 und identischer 1,9 Zoll Bereifung setzt der Unimog öfters unten auf.
Tuning
Wie schon beschrieben, setzt der Unimog auf der Unterseite schon mal gerne auf. Also wurde ein Link-Set mit gekröpften Links bestellt. In dem Zuge gab es auch ein Paar vordere Lenkhebel aus Aluminium und eine Skidplatte aus Aluminium. Diese sieht gut aus und bringt noch etwas Gewicht nach unten. Was etwas nervig war, dass die serienmäßigen Kunststoff-Hex-Felgenmittnehmer immer bei der Demontage in den Felgen stecken blieben und der kleine Metallstift dann rausfiel. Hier wurde schließlich auf eine optionale Aluminium-Version zum Schraubklemmen zurückgegriffen.
Tuning
Wie schon beschrieben, setzt der Unimog auf der Unterseite schon mal gerne auf. Also wurde ein Link-Set mit gekröpften Links bestellt. In dem Zuge gab es auch ein Paar vordere Lenkhebel aus Aluminium und eine Skidplatte aus Aluminium. Diese sieht gut aus und bringt noch etwas Gewicht nach unten. Was etwas nervig war, dass die serienmäßigen Kunststoff-Hex-Felgenmittnehmer immer bei der Demontage in den Felgen stecken blieben und der kleine Metallstift dann rausfiel. Hier wurde schließlich auf eine optionale Aluminium-Version zum Schraubklemmen zurückgegriffen.
Fazit
Die Qualität des Bausatzes und die Ausstattung ist sehr gut. Das Fahrbild mit der schönen Karosserie weiß zu gefallen. Einzig die Ladefläche hätte etwas mehr Einprägung haben können. Wenn man keinen Hardcore-Crawler haben mag und mit einem extrem geländegängigen Fahrzeug zufrieden ist, wenn man Interesse an ausgefallener Technik und Spaß beim Bauen und Optimieren hat, dann ist das CR-01-Chassis genau das Richtige. Ein echter Dauerläufer!
Lieferumfang:
Bausatzmodell mit ausführlich bebilderter Aufbauanleitung, Elektronischem Fahrtenregler, 540er Elektromotor, Polycarbonat-Karosserie.