Tamiya Ford Bronco CC-02

    Von Cars&Details
BRANDS & PRODUCTS

Auf der virtuellen Spielwarenmesse 2022 stellte Tamiya den Bausatz des Ford Bronco im Maßstab 1:10 vor. Oft wenn in der Automobilindustrie ein besonders prestigeträchtiges Modell vorgestellt wird, gibt es auch dazu das entsprechende RC-Modell. Mit der Neuauflage des legendären Ford Bronco 2021 hat Tamiya dieses Modell auf der Basis des CC-02-Chassis auf die Beine gestellt. Dieser Testbericht soll zeigen, was der Bronco aus McKinney in Texas draufhat. 

Der neue 2021 Ford Bronco in der Zweitürenversion steht hier vor uns. Der erste Ford Bronco lief schon 1966 vom Band und ist heute in den USA ein echter Klassiker. Der Bronco wurde bis 1996 in fünf Modellgenerationen überwiegend als dreitüriger Kombi gefertigt. Dann wurde es ruhig um das sportliche Nutzfahrzeug mit der Fordpflaume auf der Motorhaube. 2020 präsentierte Ford die Neuauflage der Bronco-Baureihe. 

Der Tamiya-Bausatz des Ford Bronco im Maßstab 1:10 ist ausgestattet mit einem Elektronischen Fahrregler für Bürstenmotoren, einen 540 Bürstenmotor und der LED-Lichteinheit TLU-01. Gebaut wird das Cross-Country-02-Chassis und die Ford-Bronco-Karosserie aus klarem Polykarbonat mit vielen Anbauteilen, Dachgepäckträger und Lichteinsätzen vorne und hinten. 

 

Das Getriebe kann Standard oder Low-Speed übersetzt werden. 

Das heißt: 17,33:1 bzw. 29,28:1

Bauerlebnis: Tamiya-Kit 

Jeder begeisterte Modellbauer sollte einmal in seinem Modellbauerleben einen Tamiya-Bausatz gebaut haben. Man öffnet den Baukasten und findet unter der klaren Polykarbonat-Karosserie alle notwendigen Teile sauber in Plastikbeutel nach Baugruppen verpackt. Zur Komplettierung des Kits wird benötigt: eine 2-Kanal Fernsteuerung mit Empfänger, ein Lenkservo, ein Fahrakku (NiMH 7,2 V / LiPo 2S) ein passendes Ladegerät und Farben für die Karosserie. Eine 36 Seiten starke Bauanleitung nimmt einen durch das Bauerlebnis an die Hand.  

Wie bei Tamiya üblich, beginnt man mit dem Getriebe. Und hier trifft man schon auf die erste Besonderheit des CC-02. Die komplett gekapselte Zentrale-Gearbox mit seinem starren Durchtrieb kann in der Baukasten- oder in einer langsamen Grundübersetzung montiert werden. Das Getriebe bietet somit ein riesiges Übersetzungsspektrum von 11,09 : 1 bis hin zu 29,28 : 1, mit unterschiedlichen Motorritzeln von 16 bis zu 25 Zähne an.  

Das Leiterrahmen-Chassis des CC-02 wird aus tamiyatypischen Kunststoffspritzteilen zusammengebebaut. Lediglich die Stoßdämpferhalterungen vorne und hinten sitzen an Metall-Hilfsrahmen. Das Cross-Country-2-Chassis verwendet eine Starrachse an Vorder- und Hinterachse jeweils mit Vier-Links die mit dem Chassis verbunden sind.  In den Starrachsen wohnen Vollmetall-Kegeldifferenziale. Beide Differenziale können nach Gusto komplett gesperrt werden. Die notwendigen Einsätze sind mit dabei. 

Die vier Kunststoff-Öldruckstoßdämpfer sind recht großvolumig, so das Tamiya zwei Flaschen 200er Dämpferöl beilegen musste. Die Kolbenstangen werden einteilig mit den Kolbenplatten ausgeliefert. Somit können die Dämpfer nur über die Viskosität des Öls eingestellt werden. 

Das Lenkservo kann in zwei unterschiedlichen Positionen über der Vorderachse montiert werden. Das im Rahmen integrierte Akkufach ist über der Hinterachse positioniert. Der Empfänger findet seinen Platz in einer spritzwassergeschützten Empfängerbox. 

Das CC-02-Chassis steht auf den neuen Rock-Block-Reifen mit 12-Speichen 26 mm Off-Roadfelgen mit einem Offset von sechs Millimeter. Der Autor fand heraus, dass dieser Reifen von Tamiya auch in einer Soft-Mischung angeboten wird. Neben einigen anderen Hop-Up-Parts wurden diese gleich mit geordert. Aber dazu später mehr. 

Normale Lenkwinkel und Knochenverbindungen zu den Radachsen

Innerhalb der gekapselten Achsen laufen Metallwellen und das sperrbare Alumium-Kegeldifferenzial

Tamiya CC-02 Upgrade-Komponenten

Die Karosserie

Tamiya kommt bekanntlich vom Plastikmodellbau. Heute noch steht die Marke mit den zwei Sternen für allerhöchste Präzision und Detailverliebtheit in diesem Segment des Modellbaus. Diese Gene spiegeln sich auch in dem Karosserie-Bausatz des Ford Bronco 2021 wider. Die Polykarbonat-Karosserie wurde über eine mehrteilige Tiefziehform gezogen. Somit konnten an den Front- und Heckschürzen entsprechende Hinterschnitte realisiert werden. Weitere ABS-Karosseriebeschlagteile sind ein schwarzer Kühlergrill, verchromte Lampeneinsätze vorne und hinten, Seitenspiegel, ein ABS-Dachträger und die Abdeckung des Reserverads.  

Der Aufkleberbogen für die serienmäßige Bronco-Karosserie umfasst über 50 Aufkleber in allerhöchster Präzision.  

Das mitgelieferte LED-Licht-Set ist einfach zu montieren und gibt dem Ford den letzten Kick. Um einen mitgelieferten Adapter einzusparen, hatte der Autor noch etwas rumgelötet. Es ist durchaus möglich, dass der Modellbauer mehr Zeit für die Fertigstellung der Bronco-Karosserie verwendet, als für das fahrfertige Tamiya-CC-02-Chassis. 

Schön sind sie, die Rock-Block-Reifen mit den 12 Speichen Off-Roadfelgen mit 6 mm Offset

CC-02-Chassis von unten. Vier Link-Aufhängung und Teleskop Antriebswellen aus Kunststoff zu den Achsen

Cross Country

Beim Zusammenbau des CC-02-Chassis bemerkt man die große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten für den Ford-Bronco. Baut man den Ford als Scale-Modell auf und fährt es dann auch entsprechend, kommt man voll auf seine Kosten, und das Fahren mit der Serien-Übersetzung lässt das Modell recht flott auf allen gängigen Untergründen wie asphaltierte Straße, Feldwege und leichtes Gelände bewegen. Hier passt die Übersetzung, Differenziale vorne und hinten, und der mitgelieferte Fahrtenregler. Das Fahrbild der wirklich detaillierten Karosserie ist tamiyatypisch sehr gelungen. 

Lediglich auf schnell gefahrenen Feldwegen neigt das Modell etwas zu springen. Das Fahrwerk in Verbindung mit den serienmäßigen Rock-Block-Reifen kommt hier an seine Grenzen. 

 Die zweite Einsatzmöglichkeit ist mit dem CC-02 zu Crawlen. Die Frage ist: kann das Tamiya-Chassis das? Zu beachten ist, dass es sich bei diesem Modell, im Vergleich zu den gängigen Scaler-Crawler-Modellen eher, um ein kleines Chassis mit einem Radstand von lediglich 252 Millimeter und einer Breite von 202 Millimeter handelt. Die Lenkwinkel sind die eines normalen RC-Cars und die harten Reifen sind nicht wirklich Crawler tauglich. 

Baut man allerdings die kurze Übersetzung von 29,28 : 1 ein und sperrt das Vordere- und Hintere-Differenzial, kann man schon sehr feinfühlig ans Werk gehen. Unser Fahrtenregler, der Carson-Dragster-Brushed 70 Ampere hat auch eine Crawlerfunktionen. Stellt man den Modus von Onroad auf Crawler-Modus um, bleibt das Chassis dank der Handbremsfunktion in der Neutralposition des Senders wie angewurzelt stehen.  

 

Ändert man allerdings die Bereifung auf die weiche Rock-Block-Gummis, lässt es sich sehr wohl mit dem CC-02 ordentlich crawlen. Auch eine weichere Abstimmung der Dämpfer, mit nur sehr wenig Öl befüllt, bringt hier noch etwas und ein stärkerer Crawler-Motor gibt noch etwas mehr Schub, wenn es steil nach oben geht. Hier hat der Zubehörmarkt sicherlich noch einiges an An- und Umbauteilen zu bieten.  

 

Ja man kann mit dem Tamiya CC-02-Chassis crawlen, allerdings benötigt der Japaner hier noch ein paar kleine Modifikationen.  

Fazit

Tamiya hat nach dem MB G-500 mit dem Ford Bronco in diesem Jahr das zweite CC02-Chassis auf den Markt gebracht. Leider kommt der Bausatz ohne serienmäßige Kugellager. Der Autor hält Kugellager allerdings für sehr empfehlenswert und hat diese gleich mit verbaut. Ein Highlight ist das beiliegende Lichtset für die LED-Beleuchtung des Modells. Ein weiteres Highlight ist die Karosserie des Ford Bronco. Von den Proportionen sollten auch die meisten Tamiya CC-01-Karosserien auf das CC-02-Chassis passen, denn es ist recht einfach möglich, das Chassis mit unterschiedlichen Radständen zu bauen. Das CC-02-Chassis hat ein sehr breites Einsatzspektrum und macht einfach überall eine gute Figur.  

Autoren
Cars&Details
CARS & Details ist ein hochwertiges Magazin für das Hobby mit ferngesteuerten Modellautos und den damit verbundenen Lifestyle seit über 25 Jahren. Es legt Wert auf selbst gesetzte Themen mit entsprechenden inhaltlichen Ansprüchen und eine moderne Optik mit unverkennbarer Fotosprache.
vor 3 Jahren